Thawte stellt keine kostenlosen E-Mailzertifikate mehr aus

29. September 2009

Thawte Consulting, das Unternehmen durch dessen Verkauf Mark Shuttleworth – (für diejenigen die es nicht wissen: der Gründer unserer Lieblings-Distribution Ubuntu) – einen Großteil seines Vermögens bezogen hat legt das Web of Trust System in naher Zukunft still. Ich selbst hatte vor gerade mal einem Jahr den Status des Notars erhalten und anstatt, dass mich Thawte per Mail darüber informiert lese ich diese Information eher zufällig auf einer anderen Website. Mit 16.November 2009 werden alle ausgestellten Zertifikate auslaufen. Als “Ersatz” wird allen Zertifikatinhabern vom Stand 24.September 2009 ein 1-Jahres-Zertifikat von VeriSign kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer allerdings länger ein Zertifikat von VeriSign haben möchte bezahlt nun US$ 19,95 für jedes folgende Jahr. Diese Information findet man bei Thawte selbst auch noch; Jedoch gut versteckt…

Ich bin echt enttäuscht über die Entscheidung das System einfach abzuschalten. Thawte hatte mit den Zertifikaten nicht nur den Vorteil, dass diese auch unter allen gängigen Windows-Mail-Clients standardmäßig eingesehen und geprüft werden konnten, sondern im Gegensatz zu CACert konnten auch so gut wie alle E-Mailclients mit diesen Zertifikaten gleich gut umgehen und Thawte musste nicht zusätzlich als vertrauenswürdige Zertifizierungsstelle eingetragen werden.

Vielleicht werde ich das kostenlose VeriSign-Zertifikat in Anspruch nehmen, jedoch denke ich, dass ich eher auf GnuPG umsteigen werde. Eine Funktion die ich übrigens schon immer vermisse, ist die Zuteilung eines Zertifikats zu einem Kontakt. Also beispielsweise a@b.com erhält S/MIME-Signatur, b@b.com erhält GnuPG-Signatur. Leider werde ich so etwas wohl selbst nicht umsetzen können, aber vielleicht gibt es das ja schon und ich kenne es noch nicht(?). In den E-Mail-Headern findet man auch oft einen Hinweis auf das System des Absenders. Etwa:

X-mailer: Microsoft Office Outlook, Build 11.0.5510

So könnte eine Erweiterung automatisch die S/MIME-Signatur für den Empfänger vorschlagen. Im Falle von Linux:

X-Mailer: Claws Mail 3.5.0 (GTK+ 2.12.9; i486-pc-linux-gnu)

wäre natürlich GnuPG angebrachter. Vielleicht komme ich ja noch dahinter wie die PlugIn-Systeme von Evolution und / oder Thunderbird funktionieren, dann würde ich mich auch selbst daran machen. Auch wenn ich denke, dass kaum jemand so einen paralellen Einsatz von S/MIME und GnuPG betreibt…

Re: Windows7sins oder Sünden der FSF

27. August 2009

Habe mir gerade den Artikel von Martin Gräßlin durchgelesen und möchte nun auch mal was dazu schreiben. Die FSF hat mittlerweile doch schon recht viele Mitglieder und da ist wohl auch schon recht schwierig so viele Projekte unter Kontrolle zu halten. Diese Website finde ich wohl ebenso schrecklich wie Martin. Vor allem die Tatsache, dass gezielt auf Microsoft eingegangen wird im Bezug auf proprietäre Software, da alleine der Name der Website ansich ja auch Windows enthält und jede Negativ-Werbung ist auch gewissermaßen eine Werbung FÜR ein Produkt (Man denke nur einmal an die Anti-Raucherkampagnen die von der Tabakindustrie selbst finanziert werden!).

Wesentlich sinnvoller wäre es wohl, eine Website mit Gründen warum man als Computer-Anwender freie Software benutzen sollte, in einer Form die auch für den Laien verständlich erscheint zu verfassen – oder sowas wie die Website spreadfirefox.com – allgemein für freie Software zu schaffen um diese mehr Leuten bekannt zu machen.

Wie dem auch sei, ich denke man sollte nicht gleich auf die gesamte FSF losgehen. Wenn da ein paar Leute dabei sind, die sowas für sinnvoll erachten ist es deren Kram. Und sich darüber so aufzuregen ändert wohl gar nichts wenn man es nicht direkt an die FSF richtet.

Nachtrag:
Die Benachrichtung auf der Mailingliste kam von peterb[at]fsf.org. Vielleicht lässt der mit sich verhandeln was dieses Projekt angeht ;)

BleachBit

24. Juli 2009

Manchmal möchte man einfach mal Daten entfernen, die man nicht mehr braucht bzw. die nicht in falsche Hände geraten sollen. Natürlich ist das Kommandozeilen-Programm shred für diesen Zweck ziemlich gut und man kann sehr genau sagen, was man entfernen möchte und wie oft es überschrieben werden soll. BleachBit ist ein grafisches Programm, welches die Einstellungs-Dateien einiger Standard-Anwendungen bereits kennt und diese auf Wunsch vernichtet. Unter anderem lassen sich: Pidgin-Chat Logs, die Bash-History, Firefox-Daten, Epiphany-Daten, gedit (Liste der zuletzt geöffneten Dokumente), Java-Cache, OpenOffice-Cache und auch die gespeicherten Daten von APT entfernen.

Recht praktisch ist das Auswahlmenü, des Programms. Hier kann man z.B. wählen ob man nur den Cache oder nur Cookies oder mehrere Dinge von Firefox shreddern will. Man kann natürlich gleich die Daten aller Programme anwählen und vernichten lassen. Ich denke für Privatanwender ist dieses Programm gar nicht mal so schlecht, auch wenn man leider in der aktuellen Version noch keine Angaben machen kann wie oft die Daten überschrieben werden sollen oder welches Verfahren benutzt werden soll. Zumindest zum aufspüren und freiräumen des Speichers tut es seine Arbeit recht zuverlässig :)

Link: http://bleachbit.sourceforge.net

PS: Ich finde es aber grässlich, dass die Entwickler einen Screenshot des Programms unter M$ Win auf der Hauptseite zeigen :P

PPS: Unter Ubuntu kann man es auch über Synaptic laden. Debian-Nutzer können es von SourceForge holen ;)

Shocking news! New Firefox 3.5 is out

01. Juli 2009

Der neue Firefox wurde gestern offiziell herausgegeben. Diesen Artikel schreibe ich unter anderem um eine Kampagne von SpreadFirefox.com zu unterstützen bzw. die momentane Uhrzeit ist nämlich genau 3:50 PM in Brasilien. Dieser Zeitpunkt wurde von SpreadFirefox festgelegt um weltweit Artikel zum neuen Firefox genau um 3:50 (nach deren Uhrzeit) für Version 3.5 des neuen Firefox herauszugeben und Mozilla zu unterstützen. Nach der koordinierten Weltzeit ist es um 20:50 Zentraleuropäischer Sommerzeit(also 8:50 PM) genau 3:50 PM in Brasilien. :)

Der neue Firefox hat Perfomance-mäßig ziemlich zugelegt. Viele Erweiterungen des Firefox 3.0 wurden auch bereits für Firefox 3.5 herausgegeben, da die Entwickler der Erweiterungen oft auch die Beta-Versionen und Release-Canditates als Vorlage für ihre Erweiterungen benutzen. Als Beispiel nenne ich mal: AdBlock Plus, All-in-one-Sidebar, WebDeveloper Toolbar, WOT Plugin(Mehr AddOns benutze ich selbst nicht, um die Performance nicht auf IE-Niveau zu senken :D )

Ubuntu-spezifischen Dinge

Die gute Nachricht ist:

  • Firefox kann auch ohne Kenntnis von “make” und Parametern von Compiler-Optionen unter Ubuntu lauffähig gemacht werden.
  • Die Daten im Verzeichnis /home/username/.mozilla/firefox werden nicht gelöscht sondern können weiter benutzt werden (Chronik, Lesezeichen, Addons, Passwörter, Cookies, …).
  • Die Vorgehensweise die ich hier erläutern werde bzw. das Script welches ich vorstellen werde bietet die Möglichkeit die jeweils aktuellste Firefox-Version automatisch upzudaten(z.B. 3.5 auf 3.5.1, etc.)

Die schlechte Nachricht ist:

  • AddOns, welche über die Paketverwaltung installiert wurden, können über diese Installationsweise – die ich hier erläutern werde – nur durch Neuinstallation über die Mozilla-Website erneuert werden.*

* Die Nachricht ist auch nicht wirklich schlecht, denn die Konfiguration der AddOns wird in dem oben bereits erwähnten /home/user/.mozilla/firefox gespeichert, also macht das auch kaum Mühe ;)

Wie gehe ich vor um Firefox 3.5 zu installieren?

Hinweis: Obwohl Firefox 3.5 heruntergeladen wird sollte das Paket firefox installiert sein!

Dazu gibt es ein Projekt auf Sourceforge namens Ubuntuzilla welches auch direkt ein .deb-Paket für 32- und 64-Bit Versionen von Ubuntu enthält. Das entsprechende Paket muss einfach nur heruntergeladen und installiert werden.

Danach einfach nur ein Terminal öffnen, und

ubuntuzilla.py

eingeben. Der Benutzer wird gefragt ob er die aktuellste ODER eine ältere Version haben möchte. Anschließend wird der Benutzer noch vor die Frage gestellt, welche Sprachdateien er verwenden möchte. Leser dieses Blogs werden vermutlich größtenteils 11 eingeben, um eine deutschsprachige Version von Firefox zu erhalten. Das Script lädt die passenden Dateien dann von Mozilla (importiert auch den GPG-Schlüssel von Mozilla), fragt den Benutzer auch, ob dieser seinen Browser automatisch erneuern lassen möchte wenn eine neue Version erscheint und schon ist es zu Ende.

Wie bereits erwähnt funktionieren AddOns aus den Paketquellen nicht mehr. Diese müssen nun erneut über die Firefox-AddOns Seite von Mozilla installiert werden (oder z.B. von der Adobe Website, wenn Sie den Flash Player von Adobe benutzen möchten).

Bevor ich vergesse dies zu erwähnen: Firefox ist nicht erst seit heute in Version 3.5 von Mozilla als stabil erklärt worden, doch das SpreadFirefox Projekt hat sich den heutigen Tag ausgesucht ;)

PS: Ich habe diesen Artikel jetzt in wirklich sehr kurzer Zeit und mit wenig Recherche geschrieben, da ich erst spät von dem Shiretoko-Shock erfahren habe und möchte darum bitten Fehler auch mal zu verzeihen.

PPS: Wenn ihr so weit gelesen habt, habt ihr auch Zeit den Firefox 3.5 zu installieren, oder nicht?

Mehrere XServer starten – leicht gemacht ;-)

02. Juni 2009

Vielleicht kennt der eine oder andere die Situation: Du befindest dich mitten in einem Spiel, welches den gesamten Bildschirm beansprucht. Du siehst keine Möglichkeit das Fenster irgendwie zu minimieren oder die Arbeitsfläche zu wechseln und möchtest z.B. ein Forum durchstöbern, deine Mails lesen oder ähnliches – ohne das Programm radikal beenden zu müssen.

Zunächst fand ich eine Anleitung auf ubuntuusers.de, um ein Spiel in einem eigenen XServer starten zu lassen. Natürlich wäre dies auch eine gute Lösung jedoch stürzte mir dieser XServer nach dem ersten Wechsel zum normalen Desktop ab. Die weiteren Möglichkeit die aus der Anleitung von ubuntuusers.de hervorging wäre es die xorg.conf manuell zu konfigurieren. Da ich mir aber nicht die Mühe machen wollte, die xorg.conf anzupassen (und das auch noch für mehrere Spiele) suchte ich nach einer einfacheren Möglichkeit.

Gesucht -> gefunden. Und zwar mit den Bordmitteln, die Ubuntu mitliefert unter (System -> Systemverwaltung -> Anmeldefenster -> Reiter: Sicherheit -> Button: X-Server konfigurieren)

Anmeldefenster

Mit diesem Button kann öffnet man einen Dialog, in dem man sehr einfach mehrere XServer mit dem gdm starten lassen kann(Einstellungen vom 1.XServer können 1:1 übernommen werden).

einstellungen-des-x-server-anmeldefensters

Der Haken dabei ist natürlich, dass man nicht nur X sondern auch das komplette GNOME erneut lädt. Ob sich das stärker auf die CPU/RAM-Leistung auswirkt kann ich nicht beurteilen. Nach einem Neustart findet man das übliche Login-Fenster vor. Mit Strg+Alt+F9 wechselt man in den 2.XServer, Strg+Alt+F10 den 3., etc. (Strg+Alt+F8 wird nicht durch X belegt). Im Prinzip könnte man jetzt den Rechner neustarten, jedoch könnte man sich nur mit einem Benutzer auf einem XServer einloggen. Daher sollte man noch im Reiter: Allgemein der “Einstellungen des Anmeldefensters” die standardmäßig gesetzte Einstellung “Mehrfache Anmeldungen eines Benutzers deaktivieren” prüfen und ggf. abschalten.

So sieht jetzt mal ein anderer Lösungsansatz für das “Vollbild-Spiele-Problem” aus. Mag sein, dass das mehrfache Laden der GNOME-Oberfläche bei älteren Rechnern kein allzu guter Weg ist, doch zumindest ein sehr einfacher und das sogar ohne auf Scripts, manuelle Änderungen an Konfigurationsdateien(was leicht schiefgehen kann) oder ähnlichem angewiesen zu sein.

Im Grunde wird diese Funktion wohl einigen schon bekannt sein, doch – da sie direkt beim Anmeldefenster untergebracht ist – scheinbar zu leicht auffindbar und somit kaum irgendwo besprochen. Ich selbst nutze Ubuntu ja schon etwas länger, und diesen Button habe ich wohl sehr oft übersehen oder anfangs die Möglichkeiten dieser Einstellungen noch nicht gerafft. Kann auch sein, dass er erst seit kurzem in Ubuntu vorhanden ist(?). Ich weiß es einfach nicht :D