Archiv für die Kategorie ‘Internet/Netzwerk’

Bitcoin

Sonntag, 26. Dezember 2010

Das Bitcoin LogoVielleicht hat der Eine oder Andere schon einmal von Bitcoin gehört. Bitcoin ist eine 2009 von Satoshi Nakamoto erstellte Peer-to-Peer Währung mit einem dezentralen Ansatz. Hier gibt es keine zentrale Kontrollinstrumentation, wie wir Sie aus dem echten Bankwesen kennen. Einen Benutzer aus dem Netzwerk auszuschließen – wie es zum Beispiel bei PayPal mit WikiLeaks geschehen ist – ist praktisch unmöglich.

Bitcoin ist gleichzeitig auch ein Computer-Programm für Windows, Linux und Mac OS X, welches unter den Bedingungen der MIT/X11 Lizenz weitergegeben werden kann. Diese Lizenz ist kompatibel zur GNU General Public License, es handelt sich also um freie Software. Ich werde gleich auf die Verwendung von Bitcoin eingehen und im Laufe des Artikels nähere Details präsentieren.

Zunächst einmal lädt man sich die Anwendung herunter und installiert sie auf seinem Computer. Nun wählt man im Menü “Generate Coins”. Wie Sie gleich merken werden, beginnt die Anwendung nun, sehr rechenintensive Vorgänge durchzuführen. Die CPU-Auslastung steigt ans Maximum – ähnlich dem BOINC Client. Eine einfache Erklärung dazu, was hier vor sich geht: Die Anwendung führt Berechnungen durch, um die Verschlüsselung und Integrität der Daten und Transaktionen stabil zu halten. Wie lange es dauert bis man Bitcoins erhält, hängt davon ab, wieviel CPU-Leistung man geopfert hat (im Vergleich zur gesamten Rechenleistung aller teilnehmenden Clients). Es kann mitunter relativ lange dauern bis man Bitcoins erhält, doch es gibt einige Websites, welche US-Dollar, Rubel, Yen und Gold in Bitcoins wechseln. In Europa hält sich die Nachfrage scheinbar in Grenzen, da es derzeit nur eine einzige Website gibt, welche den Wechsel zwischen Euro und Bitcoins durchführt, und diese ist aktuell auch gar nicht erreichbar (Stand: 26. Dezember 2010).

Eine andere Möglichkeit um an die virtuelle Währung zu kommen, wäre zum Beispiel BiddingPond.com, wo man Auktionen mit der Zahlungvariante Bitcoins einstellen kann. Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der noch einen Haufen brauchbarer Hard- und Software, Bücher und sonstiges herumliegen hat und einfach nur zu faul ist, diese abzugeben.

Hier einige Vorteile von Bitcoins gegenüber herkömmlicher Währungen:

  • Transaktionen sind stärker gesichert und werden weitaus öfter nachgeprüft.
  • Transaktionen dauern auch kürzer, trotz der vielen Checks durch andere Teilnehmer.
  • Transaktionen kosten nichts.
  • Das System ist äusserst sicher gegenüber Ausfällen.
  • Sie können praktisch nahezu vollkommen anonym bleiben.

Natürlich gibt es aber auch Nachteile:

  • CPU-Auslastung kostet Strom. Dieser kann nicht in Form von Bitcoins bezahlt werden, wodurch sich eine gewisse Abhängigkeit zu realen Währungen ergibt.
  • Bitcoins können nicht ohne technische Hilfsmittel verwendet werden.
  • Besonders im europäischen Raum ist das Interesse an Bitcoin noch sehr gering, aber auch ausserhalb gibt es noch nicht sonderlich viele Händler.

Zu guter Letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich Debian-Pakete aus den Binaries gebastelt habe. Getestet habe ich nur die amd64-Version also meldet euch bitte, wenn es Probleme damit geben sollte:
Bitcoin i386 | Bitcoin amd64 | Bitcoin Source

Diaspora startet in der Alpha Version

Donnerstag, 25. November 2010

Am 23. November erschien im Blog von Diaspora die Ankündigung, dass erste Einladungen für den Beitritt in das Open-Source Social Network verschickt werden sollen. Durch den ‘produktiven Einsatz’ der Alpha-Version versprechen sich die Diaspora-Entwickler vermutlich mehr Erfahrung über den Aufbau und Betrieb sozialer Netzwerke zu gewinnen, sowie Feedback zu erhalten und eventuell auch weitere Interessierte an der Mitarbeit am Projekt zu finden. Als verbesserungswürdige Punkte nennen die Entwickler: Die Sicherheit, die Erweiterbarkeit, die Dokumentation, das Upgrade-Verfahren und die Sauberkeit des Codes. Es scheint also noch einiges an Arbeit zu geben.

Ich selbst werde in Erwägung ziehen mich dort testweise anzumelden. Gewisse Daten werde ich vorerst wohl bewusst nicht angeben bzw. falsch angeben um im Falle massiverer Sicherheitslecks nicht sämtliche Daten preiszugeben.
Ob diese neue Form eines sozialen Netzwerks den Durchbruch schafft ist noch schwer abzuschätzen, in den IT-bezogenen Medien gibt es zwar schon einige Artikel dazu, doch in anderen Medienformen habe ich bisher noch wenig dazu gefunden.

Vielleicht möchte sich der eine oder andere ja ebenfalls – zumindest an der Nutzung von Diaspora versuchen. Aber wie gesagt: Vorsicht, Alpha!
DIASPORA*

SIP-Clients und ENUM-Abfragen unter Linux

Donnerstag, 29. Juli 2010

Seit einiger Zeit nutze ich Voice-over-IP unter Ubuntu in Form von SIP. In der Paketverwaltung finden sich auch mehrere Clients mit mehr oder weniger intuitiver Benutzeroberfläche. Allerdings fehlt mir bei allen Clients aus den Paketquellen die Möglichkeit eine Rufnummer aus einem ENUM-Verzeichnis aufzulösen.

ENUM ist ein relativ simples System um ‘gewöhnlichen’ Telefonnummern eine SIP-Adresse oder auch andere Daten (z.B. Jabber-Daten, Website, eMail-Adresse) zuordnen zu können. Ist einer Telefonnummer eine SIP-Adresse zugeordnet kann man diese Nummer – ohne den Umweg über das normale Telefonnetz machen zu müssen – über das Internet anrufen. Es wird also direkt der SIP-Account angerufen. Vorteil: Es entstehen keine Gesprächskosten für den Anruf. Außerdem kann man so, sogar mit einem kostenlosen SIP-Account (z.B. von Ekiga.net) eingetragene Nummern anrufen. Nachteil: Einige Provider verbieten Anrufe, welche direkt auf die SIP-Adresse zeigen, außerdem gibt es bis dato noch nicht allzu viele Nummern, welche in einem ENUM-Verzeichnis eingetragen sind. Tja, und nun fehlt mir diese Möglichkeit noch im Client, doch zumindest dazu habe ich mir mit einem kurzen bash-Script Abhilfe schaffen können (Leider können bei meinem Script Nummern mit regulären Ausdrücken nicht berücksichtigt werden. Für Hinweise bin ich dankbar!).

Vielleicht nutzt ja der eine oder andere Leser hier auch einen SIP-Account – oder findet sogar eine Möglichkeit, Rufnummern mit regulären Ausdrücken zu verarbeiten – weshalb ich das Script auch zur Verfügung stelle. Ich selbst bin keiner, der allzu oft Scripts schreibt. In diesem Script habe ich aber zumindest das nötigste um Ekiga (bzw. Twinkle oder Linphone) aufzufordern die Nummer anzurufen, wenn ein Eintrag vorhanden ist. Weiters eine Anzeige des Orts in OpenStreetMaps, falls Koordinaten angegeben sind, und letztlich gibt er die Adresse aus, wenn ein Adresseintrag für die Nummer existiert. Vielleicht mag sich das ja einer ansehen / sich damit beschäftigen ;)

Hier könnt ihr euch das Script ansehen: enumhandler

P.S.: Vielleicht möchte jemand seine SIP-Adresse und Rufnummer in ein ENUM-Verzeichnis eintragen. Prüft dazu vorher, ob diese Nummer von einem Account eines anderen Providers aus erreichbar ist und meldet euch anschließend bei e164.org an.

Brother MFC-6490CW einrichten

Mittwoch, 12. Mai 2010

Schritt 1: Download und Installation der erforderlichen Dateien (Drucker)

Zunächst müssen die erforderlichen Dateien (cupswrapper, lpd) von Brother heruntergeladen werden. Zu finden sind diese hier auf der Website von Brother in einem eigenen Bereich für Linux-Druckertreiber

Mit ”dpkg -i {PAKETNAME}” werden die .deb-Pakete installiert.

Schritt 2: Einrichten des Druckers

In Systemen mit GNOME-Oberfläche findet man gelegentlich* direkt ein Menü um einen Drucker hinzuzufügen. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man CUPS auch über das Web-Interface konfigurieren ( http://localhost:631/ ).

Hier wählt man eine JetDirect-Verbindung und gibt socket://{DRUCKER_IP}:9100 ein, die Standard-Einstellungen sollten so belassen werden (Qualität, Farbe, etc.).

Schritt 3: Einrichten des MFC-6490CW als Scanner

Um den Brother MFC-6490CW auch als Scanner benutzen zu können sollte man sich erst mal XSane installieren (”sudo apt-get install xsane”). Nun fehlt noch brscan3 / scan-key-tool von Brother.

Nach der Installation noch den Befehl:
brsaneconfig3 -a name=Brother_A3 model=MFC-6490CW ip={DRUCKER_IP}
ausführen, und schon kennt auch XSane den Scanner.

Anmerkung: Dieser Drucker ist vermutlich einer der am einfachsten zu konfigurierenden Netzwerkdrucker mit Scannereinheit für Ubuntu / Debian-Nutzer. Vor allem scannen über Netzwerk bereitet sonst oftmals Probleme.

Wechsel von ubuntu-mozilla-daily auf die offiziellen Quellen

Dienstag, 09. Februar 2010

Bei Launchpad gibt es bekanntlich eigene Personal Package Archives für registrierte Benutzer. So ist dort auch beispielsweise von mehreren Mozilla-Programmen ein kleines Archiv verfügbar über welches man direkt die aktuelle Entwicklungsversion des Browsers beziehen kann.

Ich hatte über längere Zeit meinen Browser dort bezogen und mich nun entschlossen zurück zu wechseln. Erst wollte ich einfach die Software-Quelle deaktivieren und den Browser erneut installieren, doch “XULRunner” wollte mir da nicht mitspielen und so erhielt ich beim ersten Start des “neuen alten” Browsers gleich einmal eine Warnung, dass dieser instabil wäre und er eventuell manipuliert wurde.

Im Grunde ist es aber jedoch sehr einfach, den alten Zustand wiederherzustellen. Bei mir heißt der funktionierende XULRunner xulrunner-1.9.1 – dazu gehört noch xulrunner-1.9.1-gnome-support. Alle anderen Rückstände der Entwicklungsversion habe ich dann einfach entfernt und schon funktionierte alles wieder wie gehabt. Das schlimme an der falschen XULRunner-Version war eigentlich, dass JavaScript mit dem Umstand, dass Firefox 3.5.7 mit einer anderen Version als der “erwünschten” Probleme bereitete und ich so bei Menüs die in JavaScript umgesetzt waren gröbere Probleme hatte.

Mein Beschluss nun doch wieder die offizielle Version aus den Software-Quellen zu nehmen, kam daher, da die Version aus dem PPA bei Launchpad bei mir Probleme bereitete und ich keine Zeit dazu hatte – und habe – mich denen zu widmen.
Ich denke PPA-Quellen – sowie andere Fremdquellen – sollten sehr sorgfältig gewählt sein und auf jeden Fall nur in Situationen, in denen es notwendig ist oder, wenn man wirklich Zeit hat um aktiv sich um die Fehlerbehebung zu kümmern – und dies dann auch tut – genutzt werden. Weiters gilt es natürlich – nicht nur für Nutzer der unfertigen Versionen -  immer ein Backup parat zu haben, wenn mal was daneben läuft. Ich selbst lasse zum Beispiel täglich meine geänderten Daten unter /home, /etc und ein paar anderen Verzeichnissen auf eine zusätzliche Festplatte sichern.

Vielleicht  hilft dieser Artikel dem einen oder anderen, da die Nutzung von PPAs oft zwar oft beschrieben wird, jedoch nur selten auf eventuelle Risiken oder einen Wechsel in die andere Richtung eingegangen wird.