Archiv für die Kategorie ‘Internet/Netzwerk’

SIP-Clients und ENUM-Abfragen unter Linux

Donnerstag, 29. Juli 2010

Seit einiger Zeit nutze ich Voice-over-IP unter Ubuntu in Form von SIP. In der Paketverwaltung finden sich auch mehrere Clients mit mehr oder weniger intuitiver Benutzeroberfläche. Allerdings fehlt mir bei allen Clients aus den Paketquellen die Möglichkeit eine Rufnummer aus einem ENUM-Verzeichnis aufzulösen.

ENUM ist ein relativ simples System um ‘gewöhnlichen’ Telefonnummern eine SIP-Adresse oder auch andere Daten (z.B. Jabber-Daten, Website, eMail-Adresse) zuordnen zu können. Ist einer Telefonnummer eine SIP-Adresse zugeordnet kann man diese Nummer – ohne den Umweg über das normale Telefonnetz machen zu müssen – über das Internet anrufen. Es wird also direkt der SIP-Account angerufen. Vorteil: Es entstehen keine Gesprächskosten für den Anruf. Außerdem kann man so, sogar mit einem kostenlosen SIP-Account (z.B. von Ekiga.net) eingetragene Nummern anrufen. Nachteil: Einige Provider verbieten Anrufe, welche direkt auf die SIP-Adresse zeigen, außerdem gibt es bis dato noch nicht allzu viele Nummern, welche in einem ENUM-Verzeichnis eingetragen sind. Tja, und nun fehlt mir diese Möglichkeit noch im Client, doch zumindest dazu habe ich mir mit einem kurzen bash-Script Abhilfe schaffen können (Leider können bei meinem Script Nummern mit regulären Ausdrücken nicht berücksichtigt werden. Für Hinweise bin ich dankbar!).

Vielleicht nutzt ja der eine oder andere Leser hier auch einen SIP-Account – oder findet sogar eine Möglichkeit, Rufnummern mit regulären Ausdrücken zu verarbeiten – weshalb ich das Script auch zur Verfügung stelle. Ich selbst bin keiner, der allzu oft Scripts schreibt. In diesem Script habe ich aber zumindest das nötigste um Ekiga (bzw. Twinkle oder Linphone) aufzufordern die Nummer anzurufen, wenn ein Eintrag vorhanden ist. Weiters eine Anzeige des Orts in OpenStreetMaps, falls Koordinaten angegeben sind, und letztlich gibt er die Adresse aus, wenn ein Adresseintrag für die Nummer existiert. Vielleicht mag sich das ja einer ansehen / sich damit beschäftigen ;)

Hier könnt ihr euch das Script ansehen: enumhandler

P.S.: Vielleicht möchte jemand seine SIP-Adresse und Rufnummer in ein ENUM-Verzeichnis eintragen. Prüft dazu vorher, ob diese Nummer von einem Account eines anderen Providers aus erreichbar ist und meldet euch anschließend bei e164.org an.

Brother MFC-6490CW einrichten

Mittwoch, 12. Mai 2010

Schritt 1: Download und Installation der erforderlichen Dateien (Drucker)

Zunächst müssen die erforderlichen Dateien (cupswrapper, lpd) von Brother heruntergeladen werden. Zu finden sind diese hier auf der Website von Brother in einem eigenen Bereich für Linux-Druckertreiber

Mit ”dpkg -i {PAKETNAME}” werden die .deb-Pakete installiert.

Schritt 2: Einrichten des Druckers

In Systemen mit GNOME-Oberfläche findet man gelegentlich* direkt ein Menü um einen Drucker hinzuzufügen. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man CUPS auch über das Web-Interface konfigurieren ( http://localhost:631/ ).

Hier wählt man eine JetDirect-Verbindung und gibt socket://{DRUCKER_IP}:9100 ein, die Standard-Einstellungen sollten so belassen werden (Qualität, Farbe, etc.).

Schritt 3: Einrichten des MFC-6490CW als Scanner

Um den Brother MFC-6490CW auch als Scanner benutzen zu können sollte man sich erst mal XSane installieren (”sudo apt-get install xsane”). Nun fehlt noch brscan3 / scan-key-tool von Brother.

Nach der Installation noch den Befehl:
brsaneconfig3 -a name=Brother_A3 model=MFC-6490CW ip={DRUCKER_IP}
ausführen, und schon kennt auch XSane den Scanner.

Anmerkung: Dieser Drucker ist vermutlich einer der am einfachsten zu konfigurierenden Netzwerkdrucker mit Scannereinheit für Ubuntu / Debian-Nutzer. Vor allem scannen über Netzwerk bereitet sonst oftmals Probleme.

Wechsel von ubuntu-mozilla-daily auf die offiziellen Quellen

Dienstag, 09. Februar 2010

Bei Launchpad gibt es bekanntlich eigene Personal Package Archives für registrierte Benutzer. So ist dort auch beispielsweise von mehreren Mozilla-Programmen ein kleines Archiv verfügbar über welches man direkt die aktuelle Entwicklungsversion des Browsers beziehen kann.

Ich hatte über längere Zeit meinen Browser dort bezogen und mich nun entschlossen zurück zu wechseln. Erst wollte ich einfach die Software-Quelle deaktivieren und den Browser erneut installieren, doch “XULRunner” wollte mir da nicht mitspielen und so erhielt ich beim ersten Start des “neuen alten” Browsers gleich einmal eine Warnung, dass dieser instabil wäre und er eventuell manipuliert wurde.

Im Grunde ist es aber jedoch sehr einfach, den alten Zustand wiederherzustellen. Bei mir heißt der funktionierende XULRunner xulrunner-1.9.1 – dazu gehört noch xulrunner-1.9.1-gnome-support. Alle anderen Rückstände der Entwicklungsversion habe ich dann einfach entfernt und schon funktionierte alles wieder wie gehabt. Das schlimme an der falschen XULRunner-Version war eigentlich, dass JavaScript mit dem Umstand, dass Firefox 3.5.7 mit einer anderen Version als der “erwünschten” Probleme bereitete und ich so bei Menüs die in JavaScript umgesetzt waren gröbere Probleme hatte.

Mein Beschluss nun doch wieder die offizielle Version aus den Software-Quellen zu nehmen, kam daher, da die Version aus dem PPA bei Launchpad bei mir Probleme bereitete und ich keine Zeit dazu hatte – und habe – mich denen zu widmen.
Ich denke PPA-Quellen – sowie andere Fremdquellen – sollten sehr sorgfältig gewählt sein und auf jeden Fall nur in Situationen, in denen es notwendig ist oder, wenn man wirklich Zeit hat um aktiv sich um die Fehlerbehebung zu kümmern – und dies dann auch tut – genutzt werden. Weiters gilt es natürlich – nicht nur für Nutzer der unfertigen Versionen -  immer ein Backup parat zu haben, wenn mal was daneben läuft. Ich selbst lasse zum Beispiel täglich meine geänderten Daten unter /home, /etc und ein paar anderen Verzeichnissen auf eine zusätzliche Festplatte sichern.

Vielleicht  hilft dieser Artikel dem einen oder anderen, da die Nutzung von PPAs oft zwar oft beschrieben wird, jedoch nur selten auf eventuelle Risiken oder einen Wechsel in die andere Richtung eingegangen wird.

“Empathy” – der neue Standard

Sonntag, 29. November 2009

Unter Ubuntu 9.10 ist der Gnome IM Client Empathy eingezogen, dieser ist der neue Standard und ersetzt nun Pidgin.

Der Client an sich unterstützt diverse Protokolle wie z.B. ICQ, Jabber, MSN, Gtalk, aber auch einige Netzwerke wie z.B. Facebook!

Das Ganze macht den Client sehr sympathisch für den Einsatz unter Ubuntu – zumindest wenn man all seine Instant Messanger Accounts auf einen Blick haben möchte.

Was für Liebhaber von Jabber sich ein wichtiger Punkt ist wäre die Unterstützung von Voip und Webcam unter Empathy.

Aber auch einige negative Aspekte sind mir aufgefallen z.B. wären da dass der lokale Nickname nicht übernommen wird.
Wenn man also z.B. von einem ICQ Account aus schreibt, wird im Verlauf die ICQ Nummer und nicht der in ICQ verwendete Name Alias angezeigt. Das sieht nicht nur unschön aus sondern ist in der History auch ein Problem. Da auch bei manchen Gesprächspartnern leider nur die ICQ Nummer angezeigt wird.
Dies sorgt für Unordnung, da man sich leichter an einem Nicknamen als an der ICQ Nummer orientieren kann.

Dann passierte mir es, Empathy stürzte und ich habe davon gänzlich nichts mitbekommen weil unter Ubuntu die “Tray Icons” im Informationbereich der oberen Leiste für Chat, Mail usw. gruppiert sind.

Auch gibt es für Empathy noch kein OTR, was für mich allerdings weniger ein Probleme darstellt, weil ich es nicht nutze.

Im Großen und Ganzen entwickelt sich dort ein sehr schöner Messenger für die Gnome Umgebung, nur ich denke die Zeit ist noch nicht Reif, Empathy braucht noch einige Zeit an Entwicklung um auf das Niveau von Pidgin zu kommen, trotzdem ist es ein Blick wert!

Thawte stellt keine kostenlosen E-Mailzertifikate mehr aus

Dienstag, 29. September 2009

Thawte Consulting, das Unternehmen durch dessen Verkauf Mark Shuttleworth – (für diejenigen die es nicht wissen: der Gründer unserer Lieblings-Distribution Ubuntu) – einen Großteil seines Vermögens bezogen hat legt das Web of Trust System in naher Zukunft still. Ich selbst hatte vor gerade mal einem Jahr den Status des Notars erhalten und anstatt, dass mich Thawte per Mail darüber informiert lese ich diese Information eher zufällig auf einer anderen Website. Mit 16.November 2009 werden alle ausgestellten Zertifikate auslaufen. Als “Ersatz” wird allen Zertifikatinhabern vom Stand 24.September 2009 ein 1-Jahres-Zertifikat von VeriSign kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer allerdings länger ein Zertifikat von VeriSign haben möchte bezahlt nun US$ 19,95 für jedes folgende Jahr. Diese Information findet man bei Thawte selbst auch noch; Jedoch gut versteckt…

Ich bin echt enttäuscht über die Entscheidung das System einfach abzuschalten. Thawte hatte mit den Zertifikaten nicht nur den Vorteil, dass diese auch unter allen gängigen Windows-Mail-Clients standardmäßig eingesehen und geprüft werden konnten, sondern im Gegensatz zu CACert konnten auch so gut wie alle E-Mailclients mit diesen Zertifikaten gleich gut umgehen und Thawte musste nicht zusätzlich als vertrauenswürdige Zertifizierungsstelle eingetragen werden.

Vielleicht werde ich das kostenlose VeriSign-Zertifikat in Anspruch nehmen, jedoch denke ich, dass ich eher auf GnuPG umsteigen werde. Eine Funktion die ich übrigens schon immer vermisse, ist die Zuteilung eines Zertifikats zu einem Kontakt. Also beispielsweise a@b.com erhält S/MIME-Signatur, b@b.com erhält GnuPG-Signatur. Leider werde ich so etwas wohl selbst nicht umsetzen können, aber vielleicht gibt es das ja schon und ich kenne es noch nicht(?). In den E-Mail-Headern findet man auch oft einen Hinweis auf das System des Absenders. Etwa:

X-mailer: Microsoft Office Outlook, Build 11.0.5510

So könnte eine Erweiterung automatisch die S/MIME-Signatur für den Empfänger vorschlagen. Im Falle von Linux:

X-Mailer: Claws Mail 3.5.0 (GTK+ 2.12.9; i486-pc-linux-gnu)

wäre natürlich GnuPG angebrachter. Vielleicht komme ich ja noch dahinter wie die PlugIn-Systeme von Evolution und / oder Thunderbird funktionieren, dann würde ich mich auch selbst daran machen. Auch wenn ich denke, dass kaum jemand so einen paralellen Einsatz von S/MIME und GnuPG betreibt…