Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Umstieg statt Upgrade: Von Ubuntu zu Trisquel

Montag, 09. Mai 2011

Nachdem ich länger überlegt habe, ob ich mein System auf Natty Narwhal aktualisiere habe ich mich nun doch entschlossen einmal was anderes auszuprobieren.
Da mir Flash und anderes proprietäres Zeug in letzter Zeit immer wieder auf die Nerven ging, bin ich bei Trisquel GNU/Linux gelandet.

 

Der Hauptunterschied zwischen Trisquel und Ubuntu besteht darin, dass Trisquel keine proprietäre Software mitliefert. Somit fallen zahlreiche Pakete aus den Repositories von Trisquel, welche in Ubuntu vorhanden sind. Außerdem wurden auch proprietäre Kernelmodule aus dem System entfernt. Natürlich schränkt sich dadurch auch die Hardware-Unterstützung ein, doch in meinem Fall stellte dies kein Hindernis dar.

 

Interessanterweise wurde zwar das Firefox-Branding in Trisquel überschrieben (abrowser), doch OpenOffice.org wurde noch nicht durch LibreOffice ersetzt. Vermutlich liegt das daran, dass Trisquel derzeit noch auf Maverick Meerkat basiert. Im Web Browser ist übrigens auch standardmäßig eine Erweiterung namens FlashVideoReplacer installiert welche alternative Wiedergabeformate einsetzt, falls die jeweilige Website welche anbietet. Wenn der FlashVideoReplacer keine Alternative findet wird Gnash als Flash-Player gestartet.

 

So wie es derzeit aussieht bin ich mit Trisquel sehr zufrieden. Momentan habe ich Trisquel und Ubuntu noch parallel auf meinen Festplatten. Vielleicht werde ich aber in Zukunft kein Standard-Ubuntu mehr haben (je nachdem wie sich die beiden Systeme entwickeln…)

 

Zu guter Letzt noch ein Screenshot von meinem neuen Desktop direkt nach dem Setup:
Der Desktop

(Natürlich lässt sich das System auch in deutscher Sprache installieren!)

Meine Meinung zu LibreOffice und Unity

Samstag, 29. Januar 2011

Nachdem Ubuntu 11.04 im April dieses Jahres mit LibreOffice und Unity ausgeliefert wird, möchte ich mich hier kurz dazu äussern.

Die Entscheidung in Zukunft auf LibreOffice zu setzen – halte ich – wie die meisten Ubuntu-User für sinnvoll. Immerhin hat sich Oracle seit der Übernahme scheinbar nicht gerade Mühe gegeben das OpenOffice.org-Projekt zu unterstützen. Canonical Ltd. arbeitet zwar auch in einigen Bereichen eher in Richtung kommerzieller Interessen (Ubuntu One, Landscape, …) und weniger in Richtung Quelloffenheit, doch das Unternehmen scheint die Entscheidungen meist auch sorgfältig abzuwiegen um den privaten Ubuntu-User nicht zu sehr abzuschrecken oder zu verärgern.
LibreOffice hat zahlreiche und nahmhafte Unterstützer, obwohl erst vor kurzem die erste stabile Version erschienen ist.

Zu Unity kann ich – auf Grund mangelnder Erfahrung – noch kaum etwas sagen. Ein größerer Umbau der Benutzeroberfläche ist immer eine etwas riskante Sache, da der Mensch Gewohnheiten nachgeht – der Anwender und der Administrator müssen also damit erstmal klar kommen. Es hängt letztlich von der Umsetzung ab, welche Natty Narwhal nach der Veröffentlichung beinhaltet. Ich schätze die Chancen, dass Benutzer wegen Unity abwandern eher gering ein. Zur Sicherheit sollte allerdings auf jeden Fall ein alternatives Ubuntu mit GNOME-Oberfläche bereitgestellt werden.

Bitcoin

Sonntag, 26. Dezember 2010

Das Bitcoin LogoVielleicht hat der Eine oder Andere schon einmal von Bitcoin gehört. Bitcoin ist eine 2009 von Satoshi Nakamoto erstellte Peer-to-Peer Währung mit einem dezentralen Ansatz. Hier gibt es keine zentrale Kontrollinstrumentation, wie wir Sie aus dem echten Bankwesen kennen. Einen Benutzer aus dem Netzwerk auszuschließen – wie es zum Beispiel bei PayPal mit WikiLeaks geschehen ist – ist praktisch unmöglich.

Bitcoin ist gleichzeitig auch ein Computer-Programm für Windows, Linux und Mac OS X, welches unter den Bedingungen der MIT/X11 Lizenz weitergegeben werden kann. Diese Lizenz ist kompatibel zur GNU General Public License, es handelt sich also um freie Software. Ich werde gleich auf die Verwendung von Bitcoin eingehen und im Laufe des Artikels nähere Details präsentieren.

Zunächst einmal lädt man sich die Anwendung herunter und installiert sie auf seinem Computer. Nun wählt man im Menü “Generate Coins”. Wie Sie gleich merken werden, beginnt die Anwendung nun, sehr rechenintensive Vorgänge durchzuführen. Die CPU-Auslastung steigt ans Maximum – ähnlich dem BOINC Client. Eine einfache Erklärung dazu, was hier vor sich geht: Die Anwendung führt Berechnungen durch, um die Verschlüsselung und Integrität der Daten und Transaktionen stabil zu halten. Wie lange es dauert bis man Bitcoins erhält, hängt davon ab, wieviel CPU-Leistung man geopfert hat (im Vergleich zur gesamten Rechenleistung aller teilnehmenden Clients). Es kann mitunter relativ lange dauern bis man Bitcoins erhält, doch es gibt einige Websites, welche US-Dollar, Rubel, Yen und Gold in Bitcoins wechseln. In Europa hält sich die Nachfrage scheinbar in Grenzen, da es derzeit nur eine einzige Website gibt, welche den Wechsel zwischen Euro und Bitcoins durchführt, und diese ist aktuell auch gar nicht erreichbar (Stand: 26. Dezember 2010).

Eine andere Möglichkeit um an die virtuelle Währung zu kommen, wäre zum Beispiel BiddingPond.com, wo man Auktionen mit der Zahlungvariante Bitcoins einstellen kann. Ich denke, ich bin nicht der Einzige, der noch einen Haufen brauchbarer Hard- und Software, Bücher und sonstiges herumliegen hat und einfach nur zu faul ist, diese abzugeben.

Hier einige Vorteile von Bitcoins gegenüber herkömmlicher Währungen:

  • Transaktionen sind stärker gesichert und werden weitaus öfter nachgeprüft.
  • Transaktionen dauern auch kürzer, trotz der vielen Checks durch andere Teilnehmer.
  • Transaktionen kosten nichts.
  • Das System ist äusserst sicher gegenüber Ausfällen.
  • Sie können praktisch nahezu vollkommen anonym bleiben.

Natürlich gibt es aber auch Nachteile:

  • CPU-Auslastung kostet Strom. Dieser kann nicht in Form von Bitcoins bezahlt werden, wodurch sich eine gewisse Abhängigkeit zu realen Währungen ergibt.
  • Bitcoins können nicht ohne technische Hilfsmittel verwendet werden.
  • Besonders im europäischen Raum ist das Interesse an Bitcoin noch sehr gering, aber auch ausserhalb gibt es noch nicht sonderlich viele Händler.

Zu guter Letzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich Debian-Pakete aus den Binaries gebastelt habe. Getestet habe ich nur die amd64-Version also meldet euch bitte, wenn es Probleme damit geben sollte:
Bitcoin i386 | Bitcoin amd64 | Bitcoin Source

Diaspora startet in der Alpha Version

Donnerstag, 25. November 2010

Am 23. November erschien im Blog von Diaspora die Ankündigung, dass erste Einladungen für den Beitritt in das Open-Source Social Network verschickt werden sollen. Durch den ‘produktiven Einsatz’ der Alpha-Version versprechen sich die Diaspora-Entwickler vermutlich mehr Erfahrung über den Aufbau und Betrieb sozialer Netzwerke zu gewinnen, sowie Feedback zu erhalten und eventuell auch weitere Interessierte an der Mitarbeit am Projekt zu finden. Als verbesserungswürdige Punkte nennen die Entwickler: Die Sicherheit, die Erweiterbarkeit, die Dokumentation, das Upgrade-Verfahren und die Sauberkeit des Codes. Es scheint also noch einiges an Arbeit zu geben.

Ich selbst werde in Erwägung ziehen mich dort testweise anzumelden. Gewisse Daten werde ich vorerst wohl bewusst nicht angeben bzw. falsch angeben um im Falle massiverer Sicherheitslecks nicht sämtliche Daten preiszugeben.
Ob diese neue Form eines sozialen Netzwerks den Durchbruch schafft ist noch schwer abzuschätzen, in den IT-bezogenen Medien gibt es zwar schon einige Artikel dazu, doch in anderen Medienformen habe ich bisher noch wenig dazu gefunden.

Vielleicht möchte sich der eine oder andere ja ebenfalls – zumindest an der Nutzung von Diaspora versuchen. Aber wie gesagt: Vorsicht, Alpha!
DIASPORA*

SIP-Clients und ENUM-Abfragen unter Linux

Donnerstag, 29. Juli 2010

Seit einiger Zeit nutze ich Voice-over-IP unter Ubuntu in Form von SIP. In der Paketverwaltung finden sich auch mehrere Clients mit mehr oder weniger intuitiver Benutzeroberfläche. Allerdings fehlt mir bei allen Clients aus den Paketquellen die Möglichkeit eine Rufnummer aus einem ENUM-Verzeichnis aufzulösen.

ENUM ist ein relativ simples System um ‘gewöhnlichen’ Telefonnummern eine SIP-Adresse oder auch andere Daten (z.B. Jabber-Daten, Website, eMail-Adresse) zuordnen zu können. Ist einer Telefonnummer eine SIP-Adresse zugeordnet kann man diese Nummer – ohne den Umweg über das normale Telefonnetz machen zu müssen – über das Internet anrufen. Es wird also direkt der SIP-Account angerufen. Vorteil: Es entstehen keine Gesprächskosten für den Anruf. Außerdem kann man so, sogar mit einem kostenlosen SIP-Account (z.B. von Ekiga.net) eingetragene Nummern anrufen. Nachteil: Einige Provider verbieten Anrufe, welche direkt auf die SIP-Adresse zeigen, außerdem gibt es bis dato noch nicht allzu viele Nummern, welche in einem ENUM-Verzeichnis eingetragen sind. Tja, und nun fehlt mir diese Möglichkeit noch im Client, doch zumindest dazu habe ich mir mit einem kurzen bash-Script Abhilfe schaffen können (Leider können bei meinem Script Nummern mit regulären Ausdrücken nicht berücksichtigt werden. Für Hinweise bin ich dankbar!).

Vielleicht nutzt ja der eine oder andere Leser hier auch einen SIP-Account – oder findet sogar eine Möglichkeit, Rufnummern mit regulären Ausdrücken zu verarbeiten – weshalb ich das Script auch zur Verfügung stelle. Ich selbst bin keiner, der allzu oft Scripts schreibt. In diesem Script habe ich aber zumindest das nötigste um Ekiga (bzw. Twinkle oder Linphone) aufzufordern die Nummer anzurufen, wenn ein Eintrag vorhanden ist. Weiters eine Anzeige des Orts in OpenStreetMaps, falls Koordinaten angegeben sind, und letztlich gibt er die Adresse aus, wenn ein Adresseintrag für die Nummer existiert. Vielleicht mag sich das ja einer ansehen / sich damit beschäftigen ;)

Hier könnt ihr euch das Script ansehen: enumhandler

P.S.: Vielleicht möchte jemand seine SIP-Adresse und Rufnummer in ein ENUM-Verzeichnis eintragen. Prüft dazu vorher, ob diese Nummer von einem Account eines anderen Providers aus erreichbar ist und meldet euch anschließend bei e164.org an.